05.04.2016

Rechenschaftsbericht 2014 - 2016

Rechenschaftsbericht 2010-2012

Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden der AG Dresden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft über die Arbeit des Vorstandes im Zeitraum Juni 2010 bis Juni 2012

Im Juni 2010 wählte die AG Dresden einen neuen Vorstand. Diesem Vorstand gehörten an:
• Alexander Zieschang als Stellvertreter
• Ingrid Richter als Schatzmeisterin
• Antje Steinhäußer als Schriftführerin sowie als Beisitzer:
• Gadaljan Moschinski, Jürgen Ebeling, Traugott Lochmann
• Als Revisoren fungierten: Frau Claudia Burkersrode sowie Herr Dr. Manfred Kießling

Der Vorstand trat in den vergangenen Jahren durchschnittlich einmal im Quartal zusammen. An den Beratungen nahm immer Frau Richter teil, die auch die finanziellen Angelegenheiten unserer AG unter zuverlässiger Kontrolle hatte. Herr Ebeling war ebenfalls fast immer anwesend und bereicherte die Beratungen mit seinen Erfahrungen aus der jüdischen Gemeinde. Frau Steinhäußer und Herr Zieschang bereicherten die Beratungen durch ihre Sachkenntnis und vertraten unsere AG auch als Delegierte bei den Delegiertenversammlungen der DIG 2010 und 2012. Herr Lochmann hatte anfangs an einer Beratung teilgenommen, ist jedoch dann nicht mehr erschienen und lässt derzeit auch seine Mitgliedschaft ruhen. Er möchte für längere Zeit in Israel sein. Herr Gadaljan Moschinski hat an keiner Beratung des Vorstandes teilgenommen.

Der Vorstand hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die deutsch-israelische Freundschaft in unserer Region durch Veranstaltungen zu fördern und den Mitgliedern und Interessenten entsprechende Angebote zu machen. Der Kontakt zu den befreundeten Organisationen sollte gepflegt und zu den politischen Verantwortungsträgern in der Region auf- und ausgebaut werden.

Diesem Zweck diente auch ein Empfang in der Sächsischen Staatskanzlei. Herr Ministerpräsiden Tillich hatte 2010 Israel besucht und wir haben im Nachgang dieser Reise einige Fragen gestellt. Eine Gruppe interessierter Mitglieder war am 4.11.2010 in der Sächsischen Staatskanzlei und in einem ausführlichen Gespräch mit verantwortlichen Mitarbeiterinnen konnten zahlreiche Fragen beantwortet werden.

Diesem verheißungsvollen Auftakt unserer Vorstandsarbeit schlossen sich am 08. und 09.11.2010 2 Konzerte mit Yaakov Shapiro an. Wir konnten den Freundeskreis des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik sowie die Sächsischen Israelfreunde als Partner gewinnen und hatten an zwei aufeinander folgenden Abenden in der neuen Aula des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik viele Gäste. Diese partnerschaftliche Zusammenarbeit ebnete auch Wege in der Eliteschmiede der sächsischen Musikszene. Es entstand das Interesse an vertieften Kontakten nach Israel und diesem Wunsch konnte inzwischen durch zwei außerordentlich erfolgreiche Jugendbegegnungen nachgekommen werden. Im Dezember 2010 war ich durch die jüdische Gemeinde Dresden zu einer Podiumsdiskussion eingeladen worden und konnte dabei verschiedene Ansichten innerhalb der jüdischen Gemeinden sowie eine Vertreterin von Keren Kayemeth Leisrael kennenlernen, die insbesondere für Spenden nach dem katastrophalen Waldbrand in den Karmelbergen bei Haifa warb. Der Gedanke an eine Aliyah war bei einigen jungen Juden vorhanden, viele wollten aber ganz bewusst jüdisches Leben in der Diaspora gestalten. Informationen über Israel und Kontakte nach Israel sind ihnen aber sehr wichtig. Am 01.02.2011 luden wir zu einer als Klubabend titulierten Veranstaltung in die Gedenkstätte Bautzner Straße ein. Hier im ehemaligen Stasi-Gefängnis machte unser Mitglied Stadtrat Lothar Klein in einem Vortrag auf das Schicksal der vergessenen jüdischen Flüchtlinge aufmerksam. Jahrhunderte alte und früher blühende jüdische Gemeinden in den arabischen Ländern Afrikas und des Nahen Ostens fielen einer Vertreibungswelle zum Opfer, die in den Jahren unmittelbar nach der Staatsgründung Israels einsetzte und schließlich zur Vernichtung dieses Teils jüdischer Kultur in den arabischen Ländern führte. Die Einwanderung dieser Menschen nach Israel stärkte aber Erez Israel und ist heute wesentlicher Bestandteil israelischer Identität.

Im April 2011 war ich als Vertreter der DIG zu einer Podiumsdiskussion im Anschluss an die Aufführung eines Filmes auf dem internationalen Kurzfilmfestival eingeladen. Eine interessante Diskussion mit einigen antiisraelischen Hardlinern war eine interessante Herausforderung. Am 1.6.2011 stellte uns Frau Waltraud Mann ihr Buch über Yehuda Bacon vor, den Menschenfreund mit dem so spannenden Schicksal.

Zwei Wochen später hatten wir Gelegenheit zu einer spannenden Diskussion mit Dr. Steffen Hagemann, der uns das brisante Thema jüdischer Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten aus verschiedenen Perspektiven heraus näher brachte. Eine angeregte Diskussion und nachdenkliche Gesichter zeigten, dass es für dieses Thema keine schwarz-weiß Positionen und schnelle Antworten geben kann. Gerne würden wir ähnlich hoch karätige Veranstaltungen öfter ins Programm aufnehmen, wir brauchen dafür aber auch die Zuarbeit der Mitglieder mit ihren Ideen und Beziehungen. Der August vergangenen Jahres war dann angefüllt mit Veranstaltungen unserer AG. Wir waren eingeladen worden, auf dem Dresdner Stadtfest mit einem Infostand am Goldenen Reiter präsent zu sein. Israelische Gastmusiker hätten diesem Stand gewiss auch einen attraktiven Rahmen gegeben. Allerdings zeigte sich dann, dass die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern des Stadtfestes alles andere als einem ehrenamtlich arbeitenden Verein angemessen ausgestaltet werden konnte. Die Ersatzvariante im Hof der Synagoge wurde in dankbarer Weise von wenigen Mitgliedern unseres Vereins betrieben, ein wirklicher Erfolg sieht aber anders aus.

Damit sind wir aber schon bei einem großen Erfolg dieser zwei Jahre Vorstandstätigkeit. Im August 2011 waren 15 israelische Jugendliche mit ihren Lehrern Gäste in Dresden. Gal Sahar 40 jähriger Musiklehrer und hochrangiger Reserveoffizier berichtete von seinem Leben im Kibbuz Kfar Masaryk, dessen Geschichte und Gegenwart. Es wurde deutlich, dass Leben im Kibbuz nicht nur in der Pionierzeit eine wichtige Wurzel israelischer Identität war sondern auch noch in der Gegenwart die Kraft und Flexibilität besitzt für viele Israelis aller Generationen Heimat und Kraftquell zu sein.

Das Ensemble Geffen verzauberte uns mit traditionellen und neuen israelischen Liedern in klassischer Weise aber modern interpretiert durch Schülerinnen und Schüler des Ort Psagot Gymnasiums Karmiel. Eine Woche gemeinsamer musikalischer Arbeit deutscher und israelischer Jugendlicher konnte dann in einem gemeinsamen Konzert präsentiert werden. Diese Begegnung war der Auftakt zu einem hoffentlich länger währenden Austausch und einer intensiver werdenden Zusammenarbeit des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik und musikalischen Spitzeneinrichtungen in Israel.

Im Februar dieses Jahres fand der Gegenbesuch von 15 Jugendlichen in Israel statt. Auch hier zeigte sich, dass die Teilnehmer durch diese Begegnung einen Entwicklungssprung machen konnten. In Israel haben wir für Dresden, Sachsen und Deutschland in sehr guter Weise Werbung machen können und ich denke, dass dieser Erstkontakt in die Breite gehen wird und wir damit dem Anliegen unserer Organisation in bester Weise gerecht werden können.

Im Herbst 2011 haben wir dann die Zahl der Veranstaltungen durch eine intensivere Zusammenarbeit mit dem israelischen Spezialitätenladen „Old Abraham“ auf monatlich eine Veranstaltung verdichtet. Das ermöglichte unseren Mitgliedern, sich regelmäßig zu sehen und zu aktuellen Fragen wie zu interessanten Themen auszutauschen.

Im Oktober war Igal Avidan zum wiederholten Mal in Dresden zu Gast. Leider konnten wir an diesem Abend nicht sehr viele Interessenten zum Vortrag locken.

Dafür fand der Novemberstammtisch, zu dem wir in Old Abraham eingeladen hatten, so viele Interessenten, dass wir in den benachbarten größeren Saal von HATIKVA umziehen mussten. Ich hatte an diesem Abend über das Ende der staatlichen Selbständigkeit Israels in der Antike gesprochen. Ein weiterer Abend im Dezember fokussierte dann auf die Wurzeln des neuen Israel in den verschiedenen Bewegungen des 19. Und 20. Jahrhunderts. Die Räume von Old Abraham in der Kamenzer Straße waren bis auf den letzten Platz gefüllt.

Am 9.11.2011 konnten wir der Dresdener jüdischen Gemeinde zum 10. Jahrestag der Einweihung der neuen Synagoge am Hasenberg gratulieren. Mit diesem Haus und dem dazu gehörigen Gemeindezentrum hat jüdisches Leben auch hier in unserer Stadt wieder eine angemessene Heimstätte.

Im Januar dieses Jahres lud uns Lothar Klein zu einem weiteren Vortrag ein. Die antiisraelische Propaganda und Realpolitik der DDR stand im Mittelpunkt. Zahlreiche Mitglieder und Freunde folgten seinen Ausführungen und beteiligten sich anschließend an einer bunten Diskussion.

Am 31. Januar dieses Jahres konnte die deutsche Delegation junger Musikerinnen und Musiker des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik „Carl Maria von Weber“ in einem Konzert demonstrieren, dass sie sich auf den Besuch in Israel gut vorbereitet hatte. Die Jugendlichen hatten sich dabei nicht nur musikalisch sondern auch im Wissen um Geschichte und Kultur des jüdischen Volkes und seiner Religion gut gerüstet gezeigt. Das war dann auch die Grundlage für die überaus erfolgreiche Begegnung im Februar in Karmiel, von der ich bereits sprach. Eine Weiterführung dieser Kontakte ist für nächstes Jahr vorgesehen. Zwischenzeitlich erfolgt die Pflege persönlicher Freundschaft zwischen Jugendlichen und Erwachsenenbeider Seiten durch die Möglichkeiten der modernen Kommunikation und durch persönliche Besuche. Dazu gehören auch der Empfang von Gästen zu Shawuot dieses Jahres in Dresden und ein Besuch im Oktober in Israel.

Im März und April hat Familie Däbritz durch eine Weinverkostung und ein Konzert die monatlichen Veranstaltungen weitergeführt, auch wenn diese nicht direkt durch unsere AG verantwortet wurden. Wir würden aber gerne diese Form der auf einander abgestimmten und gegenseitig ergänzenden Veranstaltungen fortführen. Leider ist das mit anderen Organisationen in Dresden noch nicht in ausreichendem Maße gelungen.

Seit dem Winter hatten wir uns aber auch auf eine gemeinsam mit der Gesellschaft für christlich jüdische Zusammenarbeit vorbereitete Veranstaltung mit Gisela Dachs im Mai gefreut. Leider konnte unser Partner seine Zusicherungen nicht einhalten. Ich hatte dann versucht, Ulrich Sahm, von dessen Deutschlandreise ich rechtzeitig erfahren hatte, nach Dresden zu locken, aber auch das gelang mir nicht.

Das ist aber nicht die einzige Ursache dafür, dass wir unseren im Herbst begonnenen Monatsrhythmus an Zusammenkünften nicht durchhalten konnten. Ich musste mich in den letzten Monaten stärker meiner Familie und beruflichen Angelegenheiten widmen.

Wie Sie gewiss selbst bemerkt haben, haben wir mit einem halbjährlichen Flyer auf die Veranstaltungen und unsere AG hingewiesen. Wir haben uns aber nicht nur auf diese Werbeflyer verlassen sondern auch im Internet unsere Präsenz auf den neusten Stand gebracht. Wir haben uns von der wohl gemeinten aber schwer zu bedienenden HTML-Homepage verabschiedet und sind auf dem Weg eine einfache aber ansprechende Internetpräsenz aufzubauen. Auch bei Facebook ist unsere Seite inzwischen mit diversen anderen Usern, Foren, Diskussionsforen und Gruppen verbunden. Über 400 Freunde habe sich mit unserer Seite vernetzt und tauschen regelmäßig Nachrichten aus. 167 Freunde unserer AG werden durch unseren Mailverteiler erreicht. Diese modernen Formen der Kommunikation zu pflegen und auszubauen wird ebenso eine Aufgabe des neuen Vorstandes sein wie die Fortsetzung der Veranstaltungsreihen.

Die Verwaltung der Landeshauptstadt Dresden kennt unsere Adresse aber eine wirklich enge Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen zwei Jahren bisher nicht verwirklichen lassen. Ich denke, dass wir für die vergangenen beiden Jahre eine durchaus positive Bilanz ziehen können. Es bleibt selbstverständlich noch viel zu tun und für neue Ideen und tatkräftige Mitstreiter ist im Vorstand jederzeit ein Platz bereit. Ich wünsche mir für unsere Organisation einen Vorstand, der in Dresden und der Region die deutsch-israelische Freundschaft in angemessener Weise repräsentieren und weiter vertiefen kann. Ich kann mir gut vorstellen, dass die DIG ein Kompetenzzentrum für Kontakte nach Israel in der Region werden kann. Dafür braucht es aber noch mehr aktiver Mittäterinnen und –täter.

Dresden, den 12.6.2012





 
 

Informationen des Präsidiums