05.04.2016

Rechenschaftsbericht 2014 - 2016

Rechenschaftsbericht 2012 - 2014

Rechenschaftsbericht des Vorstandes der AG Dresden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft anlässlich der Mitgliederversammlung am 05.05.2014

Liebe Israelfreunde,

vor zwei Jahren sind wir hier am gleichen Ort zusammen gewesen, um den Vorstand unserer AG zu wählen und mit der Aufgabe zu betrauen, hier in Dresden für die weitere Vertiefung der deutsch-israelischen Freundschaft tätig zu werden.

Ihr hattet mich zum Vorsitzenden gewählt und mir Dr. Krah als Stellvertreter sowie Ingrid Richter als Schatzmeisterin an die Seite gegeben. Ekkehart Kämmerer und Jürgen Ebeling fungierten als Beisitzer.

Wir haben uns in den vergangenen beiden Jahren mehrfach zusammengesetzt, um regelmäßig öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen zu organisieren, mit denen wir das Geschehen in Israel in der Dresdener Öffentlichkeit popularisieren, Veranstaltungen, die vorrangig der Festigung der persönlichen Beziehungen unserer Mitglieder unter einander dienen sollen und Begegnungen zwischen Bürgern Deutschlands und Israels in beiden Ländern.

Wir haben es geschafft, jedes Quartal eine oder auch mehrere Veranstaltungen zu organisieren sowie Veranstaltungen befreundeter Organisationen zu unterstützen. Alleine und auch gemeinsam mit anderen haben wir in diesen beiden Jahren über 20 öffentliche Veranstaltungen angeboten. Einige davon wurden allerdings kurzfristig gestrichen, was aber in keinem Falle unser Verschulden war.

Zu nennen wären:

2012

22.9.12 Familie Aris – Geschichte einer jüdischen Familie in Dresden

Ein Abend mit Heinz-Joachim Aris im Israelshop Old-Abraham

Die Zusammenarbeit mit dem Spezialitätengeschäft Old Abraham in der Dresdner Äußeren Neustadt hat sich bewährt aber es zeigt sich, dass die Raumkapazität des Ladens für eine größere Personenzahl nicht ausreicht und deshalb entweder Voranmeldungen notwendig sind oder die Werbung für die Veranstaltung nicht zu groß sein darf.

 

27.9.12 Deaf Jam – Eröffnungsfilm des Filmfestivals der Aktion Mensch

Filmabend im Programmkino Ost

Nette Podiumsdiskussion mit Hörbehinderten über eine palästinensisch-israelische Künstlerfreundschaft

 

16.10.12 Purim –The Tunnels of Memory

16. Jüdische Musik- und Theaterwoche - Filmabend im Thalia Kino

Leider kaum besuchter englischsprachiger Experimentalfilm über die szenische Umsetzung der Passa-Haggada durch eine internationale Künstlergruppe an ungewöhnlichem Ort.

 

27.11.12 Gershon Baskin – informeller Unterhändler im Fall Gilat Shalit

Die Back Channel Verhandlungen um die Freilassung des israelischen Soldaten Gilat Shalit

(Englisch mit Übersetzung)

Leider wurde diese Veranstaltung kurzfristig durch den Zentralrat der Juden abgesagt, ohne die Jüdische Gemeinde Dresden und uns als Veranstalter zu konsultieren. Eine Begründung dafür erfolgte nur auf mehrfache Nachfrage und mit fast 3 monatiger Verspätung. Man war mit Positionen Gershon Baskins im Zusammenhang mit dem Gaza-Konflikt nicht einverstanden und wollte ihm keine Gelegenheit geben, diese in Deutschland zu äußern.

 

03.12.12 David Ranan – ist es noch gut für unser Land zu sterben?

gemeinsame Veranstaltung mit der Offiziersschule des Heeres im Militärhistorischen Museum

Dieser Veranstaltung war eine lange vorbereitete, äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Dresdener Partnern vorausgegangen. Die große Anzahl an Besuchern lohnte diese Bemühungen jedoch.


2013

05.03.13 Israel hat gewählt – was kann und will die neue Regierung

Ein Abend mit Tal Gad von der Botschaft des Staates Israel in Deutschland

Vor reichlich einem Jahr saßen wir hier im gleichen Raum zusammen und hörten Tal Gad zu. Die Informationen aus erster Hand ermöglichten auch eine interessante Diskussion in Anschluss.

 

10.04.13 Kreuz und Quer durch Israel

Reisetipps in der Reisekneipe, Clubabend mit Erfahrungsaustausch

Eine volle Reisekneipe war ein guter Ort um über Reiseerlebnisse zu berichten und mit anderen Israelreisenden in Erfahrungsaustausch zu treten. Israel als Reiseland hat so viele unterschiedliche Facetten zu bieten, dass eine solche Veranstaltung gerne einen Nachfolger finden kann.

 

03.07.13 So singt und klingt es im Kibbuz

Eine musikalische Reise durch die Geschichte der Kibbuz- Bewegung

Junge israelische Musikerinnen und Musiker hatten durch unsere Vermittlung die Gelegenheit von vier Begegnungen in den vergangenen zwei Jahren. Wir nutzten diese Gelegenheit für öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen.

 

9./10.07.13 Unlimited Music

Deutsch-israelische Konzerte im Konzertsaal der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“

Einer der Höhepunkte der Begegnung im vollbesetzten Konzertsaal der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ und eine unvergessliche Gelegenheit für die Jungen Musikerinnen und Musiker aus Karmiel ihre Kunst unter idealen künstlerischen Bedingungen weiterzuentwickeln und zu präsentieren.


07.10.13 Worüber verhandeln Israelis und Palästinenser?

Ein Abend mit Wilhelm Goller ehem. Schulleiter von Talitha Kumi (BeitJalla)

In Vorbereitung des Gegenbesuchs in Karmiel informierte Herr Goller über seine ganz persönlichen Erfahrungen im israelische-palästinensischen Konfliktfeld.

 

19.10.-2.11.13 Unlimited Music

Musikerbegegnung Sächs. Landesgymn. für Musik – Konservatorium Karmiel in Israel

13 junge Musikerinnen und Musiker hatten die Gelegenheit neben der Vervollkommnung ihrer musikalischen Ausbildung auch Israel in verschiedenen Facetten kennenzulernen.

 

10.11.13 3. Deutscher Israelkongress in Berlin

Einige unserer Mitglieder nutzen diesen Kongress zum persönlichen Erfahrungsaustausch.

 

28.11.13 Weihnukka

Weihnachten + Chanukka= Weihnukka? Ein Dialog zwischen Rabbiner und Evang. Religionslehrer

Die Zusammenarbeit mit dem neuen, jungen liberalen Rabbiner der Jüdischen Gemeinde erwies sich als herzerfrischend unkompliziert und sollte unbedingt weitergeführt werden. Leider war uns im Vorfeld nicht bekannt, dass die potentielle Zuhörerschaft durch die am gleichen Tag erfolgte Einsetzung der ersten nach dem Krieg in Dresden neu angeschafften Thorarolle in der orthodoxen Lubawitsch-Gemeinde in Anspruch genommen wird.


2014

24.01.14 Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt

Vernissage der Ausstellung des Jüdischen Frauenvereins Dresden im F.- Schiller-Gymnasium Pirna

In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Frauenverein mit gutem Echo in der Pirnaer Lokalpresse aber nur spröde Reaktion der Schule.

 

27.01.14 unlimited music 13 - Nachlese

Jugendliche berichten von den deutsch-israelischen Musikerbegegnungen 2013

Ein sehr schöner Abend mit den neuen Israelfreunden. Bilderaustausch sowie Vertiefung und Einordnung der Erlebnisse

 

23.2.-2.3.14 Israelreise in kleiner Gruppe

für Erst- und Wiederholungstäter

Eltern, Lehrer, junge Ruheständler verbringen eine Woche in Israel und wir gewinnen neue Israelfreunde.

 

19.3.14 Arabischer Frühling in Nahost

Emmanuel Nahschon als Gast der W. Külz-Stiftung Sachsen

Leider wegen eines Streikes im israelischen Außenministerium ausgefallen. Bereits der zweite Anlauf zu einer derartigen Veranstaltung ging damit schief. Die erste fiel wegen der Flut im Juni 2013 aus.

 

26.03.14 „Ist Jerusalem teilbar?“

Podiumsdiskussion mit Mordechay Lewy, Prof. Dr. Werner Patzelt und anderen hochrangigen Gästen

Auch wenn es nicht gelang, neben Mordechay Lewy auch wirklich adäquate Gesprächspartner zu gewinnen, war es ein gelungener Abend mit vielen neuen Informationen und Anregungen zum Nachdenken. Leider erreichten die Besucherzahlen nicht unsere Erwartungen.

 

03.-10.4.14 Folklore-Tanzgruppe der Kinder- und Jugend-Alijah

In Zusammenarbeit mit dem Polizeisportverein Sachsen, der Kinder- und Jugend-Aliyah  Frankfurt/Main und verschiedenen Partnern in und um Dresden gelang es uns für ca. 40 Jugendliche aus dem Jugenddorf Kanot einen Teil der Deutschlandtournee in Sachsen zu organisieren. Es zeigten sich die Schwierigkeiten und Berührungsängste der verschiedenen Institutionen im Umgang mit israelischen Gästen aber auch begeisterte Unterstützung für ein solches Projekt.

 

05.05.14 Mitgliederversammlung

der AG Dresden in Anwesenheit des Präsidenten der DIG, Reinhold Robbe

 

06.-18.07.14 D-IL Jugendbegegnung

Gemeinsam mit der Evangelischen Jugend Pirna und I&E Youth Exchange Holon

Im Juli unterstützen wir eine Jugendbegegnung der Evangelischen Jugend Pirna mit einer Schule in Holon. Derartige Unterstützung von Begegnungen von Menschen aus beiden Ländern ist die Grundlage zur Gewinnung neuer Israelfreunde.


Noch nicht deutlich ist das aber geworden in der Mitgliederzahl unserer Arbeitsgemeinschaft. Seit der letzten Versammlung sind mehrere ältere Mitglieder aus verschiedenen persönlichen Gründen ausgetreten. Zumeist haben wir die Gründe nicht erfahren, In einem Fall war es so, dass man es als nicht der DIG-Arbeit förderlich ansah, wenn zu einem Gespräch mit dem Dresdner Rabbiner eingeladen wird. Mit Ernst Lochmann ist ein langjähriges Mitglied verstorben. Wir haben aber auch neue Mitglieder gewonnen und damit die Anzahl mit 29 nahezu halten können. Taktische Beitritte und Austritte wie in der Vergangenheit hat es im Vorfeld dieser Wahlversammlung nicht gegeben.


Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich eher ein fleißiger Manager im Hintergrund bin aber nicht der charismatische Frontmann. Ich bin dankbar für die Unterstützung durch den Vorstand. Wobei jedes Mitglied dabei andere Beiträge eingebracht hat. Dankbar bin ich besonders Ingrid Richter für die treue und zuverlässige Führung der Finanzen, Ekkehart Kämmerer für seinen prompten Protokolle und seine Vertretung unserer AG auch auf Bundesebene. Danke für die Beiträge von Dr. Krah, der sich um neue Mitglieder und Kontakte verdient gemacht hat. Jürgen Ebeling danke ich für seine bodenständige Sichtweise auf die Entwicklungen innerhalb der Jüdischen Gemeinde und deren Freundeskreise.


Wir haben die Kontakte zu den anderen israelfreundlichen Organisationen in Dresden gepflegt und weiterentwickelt. Wir wurden zu Veranstaltungen als Israelexperten und Diskussionspartner bei öffentlichen Diskussionen eingeladen.


Wir haben aus Kostengründen den Versand des Flyers eingestellt und gewiss erreichen wir damit einige der sonst auf unseren halbjährlichen Brief wartenden Freunde nicht mehr. Es ist jedoch nicht mehr zu verantworten, dass an ca. 500 Adressaten Briefe verschickt werden und damit Kosten von jeweils ca. 250 € entstehen. Wir haben unseren Internetauftritt im Rahmen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft auf den neuesten Stand gebracht. Gewiss gibt es dabei noch Erweiterungsmöglichkeiten. Auch der Mailverteiler von reichlich 200 Adressaten konnte in den vergangenen Monaten stetig erweitert werden.


Während des Gaza-Konfliktes im Herbst 2012 baten einige wenige Adressaten darum, nicht mehr von uns über die neueste Entwicklung informiert zu werden. Wir haben in dieser Zeit insbesondere durch unsere Facebook-Seite intensiv an der Medienschlacht teilgenommen und die berechtigten Gründe für die Offensive Israels in der Öffentlichkeit diskutiert. Wir hatten zu einer Demonstration in der Innenstadt Dresdens aufgerufen und dabei an einem Sonnabend mitten im Einkaufstrubel die Stimme der Unterstützer Israels deutlich vertreten. Viele Studenten unterstützten uns bei zahlreichen Diskussionen mit Passanten. Das gesamte Meinungsspektrum der Israelgegner wurde uns entgegengebracht, wir haben jedoch unseren klaren Standpunkt der Unterstützung Israels für diese Verteidigungsaktion Israels zum Ausdruck bringen können. Ich denke, dass wir diese Herausforderung gut gemeistert haben und uns dadurch einen gewissen Respekt in der Dresdner Öffentlichkeit verschafft haben.  Dennoch stellen wir fest, dass wir als Unterstützer Israels in der Dresdner Medienlandschaft eher gemieden werden. Der von den Medien gepflegte Mainstream reagiert nicht auf unsere Veranstaltungsankündigungen und unterstützt uns nicht bei der Kommunikation unserer Aktionen in der Öffentlichkeit.


Noch unzufrieden bin ich mit der Vernetzung der Mitglieder unserer AG untereinander. Selbst bei Veranstaltungen tauchen nur wenige Mitglieder auf und eine wirkliche innere Diskussion, Meinungsbildung oder gar eine breite Ideensammlung und Unterstützung bei Aktivitäten ist eher gering. Gewiss liegt es auch daran, dass ich persönlich diesen Prozess nur ungenügend intensiv führe. Meine zeitlichen Möglichkeiten der Kommunikation sind schließlich ebenso begrenzt wie bei jedem von uns. Unsere Bemühungen, monatlich eine Gelegenheit zum Treffen im Sinne eines Stammtisches anzubieten, sind bisher am Aufwand zur Kommunikation gescheitert. Als voll berufstätiger Familienvater ohne die Möglichkeiten der Unterstützung durch politische Netzwerke kann ich nur im Rahmen der mir zur Verfügung stehenden Ressourcen wirksam werden. Eine breitere Unterstützung hätte ich mir an einigen Stellen durchaus gewünscht.


Wir haben uns auch auf Bundesebene in die Arbeit der DIG eingebracht. Bei allen Beratungen der Schatzmeister, Vorsitzenden oder der Delegiertenversammlung waren wir durch Vertreter dabei. Wir begrüßen die Bemühungen des Bundesvorstandes zur Neuausrichtung der finanziellen Grundlage der DIG und der damit verbundenen Diskussion zur Neustrukturierung. Leider finden die ansonsten zu begrüßenden Beratungen der Vorsitzenden mit dem Bundesvorstand jeweils freitags zur Mittagszeit in Berlin statt. Diese Zeit mag für die Mitarbeiter der Geschäftsstelle günstig in deren Arbeitszeit passen. Für voll berufstätige und ehrenamtlich tätige Vorsitzende ist diese Zeit nicht wahrnehmbar.


Ich denke, dass unsere Arbeitsgemeinschaft in den vergangenen zwei Jahren in stabilem Fahrwasser gewesen ist. Es gab keinen Stillstand und auch keine wesentlichen Pannen. Dennoch kann man sich wünschen, dass in einer Landeshauptstadt wie Dresden die deutsch-israelische Freundschaft noch öffentlichkeitswirksamer vertreten wird. Allerdings ist die stetige Begegnungsarbeit zwischen den Menschen beider Länder und dabei die besonders die Erstbegegnungen Jugendlicher eine wichtige Basis zum weiteren Ausbau der Arbeit. Auch wenn es vielleicht an schillernden Höhepunkten gefehlt hat, bei denen man sich gern in der Öffentlichkeit präsentiert schöne Reden hält und Höflichkeitsgeschenke austauscht, hat der Vorstand in den vergangenen zwei Jahren eine solide Fortführung der über zwanzig jährigen Arbeit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Dresden ermöglicht.


Im kommenden Jahr werden wir 50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen feiern. Der neu zu wählende Vorstand wird dieses Jubiläum hier in Dresden vorbereiten. Wir wünschen uns aus den Reihen der Mitglieder Anregungen zur Gestaltung unserer Arbeit und aktives Mittun bei der weiteren Ausgestaltung der DIG hier vor Ort.


Bericht: Ralf Wilhelm


 
 

Informationen des Präsidiums